Stressabbau für Eltern

05.11.2018

Puuuuh, bin ich platt!
Kraft tanken leicht gemacht.

Familienalltag kann extrem zehrend sein und am Abend ist dann endgültig die Energie flöten. Wer kennt das nicht? Jetzt noch die Kids zum Zähneputzen animieren, sie mehrmals auffordern, den Schlafanzug anzuziehen, durchsetzen, dass das Licht endlich gelöscht wird – jetzt brauche ich dringend Ruhe!
Aber was heißt hier Ruhe? Eigentlich steht noch das Telefonat mit den Schwiegereltern an, um den Wochenendbesuch zu planen, die Wäsche müsste in die Waschmaschine, in der Küche herrscht Chaos und dann sollten auch noch ein paar E-Mails beantwortet werden. HILFE! STRESSATTACKE!
Spätestens jetzt heißt es: tief durchatmen. Und sich als nächstes Gedanken machen, was hier schiefläuft und wie du das ändern kannst. Denn nur, wenn du dich entspannst, kannst du deine Energietanks für den nächsten Tag wieder auffüllen. Statt sich also in die liegengebliebene Arbeit zu stürzen, solltest du dir lieber eine echte Auszeit nehmen, in der du nur das tust, was dir Spaß macht und in der du wieder zu dir selbst findest. Da kann übrigens schon eine halbe Stunde ausreichen, ab und an sollte die Auszeit aber ruhig länger dauern.

Individuell zur Ruhe finden
Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Stressabbau. Vielen Menschen hilft es, sich durch Bewegung "abzureagieren“. Das kann eine schnelle Joggingrunde sein oder eine Stunde Zumba, andere entspannen am besten bei einem Spaziergang an der frischen Luft oder bei einigen Yogaübungen. Wichtig bei all dem ist, dass du währenddessen zu dir selbst findest, das Gedankenkarussell abstellst und wirklich etwas nur für dich tust. Vielleicht bist du auch der Typ, der statt Bewegung eine Oase der Ruhe braucht? Ein warmes Bad mit duftenden Ölen kann Wunder wirken. Oder du suchst dir einen Lieblingsplatz in der Wohnung, der am Abend für dich allein reserviert bleibt. Augen zu, entspannt ein- und ausatmen, am besten noch die Lieblingsmusik aufs Ohr – langsam fällt die innere Spannung ab. Oder in einen Roman abtauchen und sich damit eine Zeitlang aus der eigenen Unruhezone herausnehmen. Solche kleinen Rituale helfen, die eigene Mitte zu finden und damit Kraft zu tanken. Verführerisch ist natürlich der Griff zum Smartphone: schnell zwei Katzenvideos angeschaut, vier Whatsapp-Nachrichten gecheckt, kurz mal durch den Facebook Account gewischt. Das ist allerdings nur oberflächliche Ablenkung und von wirklicher Entspannung weit entfernt. Im Gegenteil, das konzentrierte Starren aufs Display und das schnelle Wechseln der Themen und Bilder tragen zur Erhöhung der Anspannung bei.

Das Recht auf Auszeit
Nach einem stressigen und anstrengenden Familientag zur Ruhe zu kommen, funktioniert auf Dauer nur, wenn du dir auch wirklich kleine, regelmäßige Zeitfenster nur für dich alleine schaffst. Diese musst du wahrscheinlich mit dem Rest deiner Familie aushandeln. Gerade Frauen tun sich hier oft etwas schwerer, während die Väter sich ganz selbstverständlich zum Volleyballtraining verabschieden, selbst wenn drei Paar schmutzige Gummistiefel mitten im Flur herumliegen und die trockene Wäsche auf dem Wäscheständer laut und deutlich ruft: "Nimm mich ab!“ Die Grundregeln zur Entstressung lautet für Mütter deshalb: Nimm dir Zeit für dich, notfalls auch gegen den Widerstand der Restfamilie, achte darauf, dass du dieses Zeitfenster kontinuierlich beibehältst und suche dir dabei Unterstützung. Vorrangig innerhalb der Familie, aber auch bei Freunden, Nachbarn, Großeltern oder einem Babysitter.
Das beste Mittel für Stressabbau ist übrigens, den Stress erst gar nicht entstehen zu lassen. Es gibt viele Möglichkeiten, Stress-Situationen zu vermeiden, wenn man sie rechtzeitig erkennt und Gegenmaßnahmen ergreift. Eine gute Organisation des Alltags hilft in vielen Fällen, nicht immer wieder in die gleiche Stressfalle zu tappen. Und eine Portion Humor ist ebenfalls ein erfolgreiches Mittel. Damit lässt sich der Stress nämlich manchmal einfach weglachen. Wir empfehlen: unbedingt ausprobieren!